2. Januar 2017

7. AKW-2010

Kulturwochen Mittlerer Osten 2010

Sa­laam Alei­kum – mit die­sem ara­bi­schen Will­kom­mens­gruß sowie in den Spra­chen vie­ler an­de­rer mit­tel­öst­li­cher Völ­ker und Re­li­gio­nen luden die „Kul­tur­wo­chen Mitt­le­rer Osten 2010“ herz­lich zu ihren Ver­an­stal­tun­gen ein. Ein au­ßer­ge­wöhn­li­ches Film­pro­gramm, Vor­trä­ge, Musik, Fotos aus der Golf­re­gi­on, Be­geg­nun­gen, Le­sun­gen und Dis­kus­sio­nen gaben vom 05. Bis 28. April 2010 un­ge­wohn­te Ein­bli­cke in die Welt des Ori­ents. Das Pro­gramm zeigte, wie reich und viel­fäl­tig der Mitt­le­re Osten ist – ara­bisch, sy­risch-​ara­mä­isch und ar­me­nisch, jü­disch, christ­lich und is­la­misch. Die Kulturwochen gaben Gelegenheit sich dem „Mysterium“ Orient zu nähern. Dabei eröffnete das Programm vielseitige Möglichkeiten sich zu informieren, mit Menschen der verschiedensten Ländern des Orients in Kontakt zu kommen oder einfach einen Tag mit orientalischer Musik, Poesie, Küche und Sprache gemeinsam mit der Familie zu verbringen.

Veranstaltet wurden die Kulturwochen unter der Schirmherrschaft von Bischöfin Maria Jepsen und Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck, von Herrn Dr. Mohammed Khalifa, Islamwissenschaftler und Dozent für Hocharabisch, Ägyptisch – Arabisch sowie arabischer Landeskunde der Universität Hamburg, dem Museum für Völkerkunde Hamburg und verschiedenen Referaten der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche.
Während der Kulturwochen gab ein Deutschlandkorrespondent eines arabischen Fernsehsenders Einblicke in die Sichtweise der arabischen Länder auf den Westen, renommierte Fotografen der arabischen Welt zeigten in einer Fotoausstellung ihre Heimat von einer anderen Perspektive und das Metropolis Kino in der Hamburger Innenstadt führte aus dem Orient stammende Filme vor.

Auch Migrantengemeinden verschiedener christlicher Kirchen des Orients präsentierten sich. So lud die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde Hamburgs zur ökumenischen Vesper am Ostermontag ein, das Islamisch-Albanisches Kulturzentrum zum Koranunterricht für Muslime und Nicht-Muslime, und auch die Imam Ali Moschee öffnete ihre Türen im Rahmen eines Moscheebesuchs mit öffentlicher Führung und Gesprächen.

Ebenfalls fanden Informationsveranstaltungen und Podiumsdiskussionen zum Thema Bundeswehreinsatz in Afghanistan, Pilgerziele, Traditionen und Unterschiede der Pilgernden verschiedener Religionen, der aktuellen Situation in Iran, der Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich sowie dem Verhältnis von Arabern zum Holocaust und von Arabern zu dem jüdischen Schriftsteller Kafka statt. Ein äthiopischer Adliger erläuterte seine Sicht auf den Nahen Osten und Europa.

Im Rahmen der Kulturwochen präsentierten verschiedene Vereine und Initiativen, die zum Nahen und Mittleren Osten arbeiten, ihre Arbeit an Ständen im Foyer des Völkerkundemuseums. Für die jüngeren und jung gebliebenen Besucher der Kulturwochen gab es ebenfalls ein buntes Programm. So wurde neben dem Koch- und Sprachkurs eine Stunde mit einer Märchenerzählerin angeboten. Außerdem konnte der Auftritt des deutsch-arabischen Kinderchors „Sol“ unter der Leitung von Ali Shibly bewundert werden.

Ziel der Kulturwochen Mittlerer Osten 2010 war es, mit den verschiedenen Veranstaltungen die Vielfalt der arabischen Kultur zu zeigen, über das aktuelle Zeitgeschehen zu informieren und das Interesse für mehr zu wecken. In diesem Sinne können die Veranstaltungen als voller Erfolg gewertet werden.